Carrera D132/Evo Ferrari 458 Italia GT2

Carrera D132/Evo Ferrari 458 Italia GT2

Der GT2 ist tot, es lebe der GT2!
Testbericht von CoMod JoergW zum Carrera DIGITAL 132/Evo Ferrari 458 Italia GT2 Risi Competizione "No.062", 2011 und Ferrari 458 Italia GT2 Hankook Team Farnbacher „No. 123“, 2011 (Art. Nr. 30553/30554)

Ja so richtig weiß man nicht wohin der Zug bei der GT2-Klasse geht. Die Fahrzeuge sollen
nicht so aufwändig und teuer sein wie die GT1, dürfen aber auch keine Homologation haben, oder recht seriennah sein, wie die GT3-Klasse. Die Fahrzeugbasis bleibt zwar erhalten, aber die einzelnen, manchmal von außen kaum erkennbaren Modifikationen, sind teils mit erheblichem Aufwand durchzuführen. Ein GT2-Fahrzeug kann schnell mal 100.000-150.000 Euro teuerer sein, als das vergleichbare GT3-Modell der gleichen Ausgangsbasis.

Carrera bringt zum Ende des Jahres wieder zwei reinrassige Rennwagen im Maßstab 1:32, deren Verwandtschaft zum eher biederen "normalen" Ferrari 458 man erst auf den zweiten Blick sieht. Die Ferrari 458GTC tummeln sich in der Realität neben den Corvette C6R und den RSR-Versionen des Porsche 997 auch beim Langstreckenklassiker 24-h-Le Mans und der bestplatzierteste Ferrari belegte hier den sehr respektablen 13. Rang. Als schnelleres GT-Fahrzeug konnte nur die Corvette C6R auf Platz 11 punkten. Daneben sind die Ferrari 458 GT3 in der ADAC-GT-Master-Serie mit BMW Z4 GT3, Audi R8 LMS, Porsche 911 und Mercedes-Benz SLS zu finden. Man kann also, wenn man es nicht auf Messers Spitze treibt und die Unterscheidung von GT2 und GT3 nicht eng auslegt, ein realistisches und sehr anschauliches Starterfeld von Carrerafahrzeuge in 1:32 auf die Bahn stellen.

Optik:
Die Modelle sind sehr gut lackiert, die Aufschriften sind sauber und trennscharf. Die Auswahl der ersten beiden Modelle ist nach meinem Empfinden gut gelungen, neben dem
klassischen Ferrari in Rot, gesellte sich das schwarz-weiß-rote Fahrzeug des Farnbacher-
Teams dazu. Beide Fahrzeuge erscheinen vorbildgerecht umgesetzt, die Niederquerschnittsreifen sehen klasse aus. Im Bereich der Radkästen ist jedoch insgesamt etwas viel Platz, wenn man sich die Bilder der Originale anschaut.

Die länglichen gelben Scheinwerferbereiche sehen beleuchtet in der Dunkelheit sehr gut aus. Das Fahrzeug ist, bis auf ein wenig durchscheinende Beleuchtung im Vorderachsbereich, auch realistisch anzusehen. Im Bereich der Heckleuchten sind unter die roten Dioden schwarze Abdeckungen als Auflage der Dioden angebracht, was hier das Durchscheinen verhindert. Die Felgen mit Bremsscheiben sind vorbildgerecht. Für ein fahrbares 1:32-Modell finde ich die Umsetzung der Gesamtoptik sehr gelungen.

Fertigung:
Achsen sind gerade und haben ein nicht zu großes seitliches Spiel. Das Vorderrad läuft gut
nach. Das Antriebsrad läuft sauber im Getriebe. An den recht dünnen Niederquerschnittsreifen müssen die Kanten noch vorsichtig gebrochen werden, heftiges Schleifen ist hier nicht angesagt, eher filigranes Nacharbeiten.

Der Body ist fehlerfrei ausgearbeitet, knarrt im vorderen Bereich jedoch etwas wenn man in
die Hand nimmt. Dieser Bereich ist durch die Lufteinlässe in der Haube nicht durchgängig
gefertigt, was zu dem Knarren führen dürfte. Auswirkungen auf den Spiel- und
Vitrinenbetrieb hat das nicht.

Fahrverhalten:
Die GT lassen sich zügig bewegen, die Konstruktion spricht gut auf den Drücker an.
Mit Magnet kommt der Grenzbereich fast ohne Ankündigung, auf den Heckmagnet wird
mancher gerne verzichten. Wer ganz ohne Magnete fahren will findet im Chassis genug Platz für dünne und schmale Walzbleistückchen.

Viel Spaß mit den Autos wünscht,

CoMod JoergW

P.S. http://www.risicompetizione.net/articles/ocmx_gallery/12-hours-of-sebring-practice-2