Carrera DIGITAL 132 Porsche 917K

Carrera DIGITAL 132 Porsche 917K

Carrera Digital 132 Porsche 917K "No. 26"

Art.Nr. 30888

Das Geschwür

Wieder einmal haben wir ein Fahrzeug, zu dem der geneigte CoMod leider keinerlei Informationen im Netz oder einem seiner Bücher oder Motorsportzeitschriften findet.
Ich frag mich, warum das immer mir passiert.
Der Porsche ist komplett weiss lackiert, einzig der Lufteinlass vorne und die kleinen Heckfinnen tragen orange. Dazu die Startnummern 26 und ein paar wenige Sponsorenaufkleber (SHELL, BOSCH, CIBIE), das war´s.
Also schreiben wir ein paar allgemeine Zeilen über den legendärsten Porsche Rennwagen aller Zeiten.
Warum „das Geschwür“?

Seinen Spitznamen erhielt der 917 gleich am Anfang, nachdem die ersten Werksfahrer den Wagen in die Finger bekamen. Zeitzeugen berichteten, dass die Fahrer nach ihren Runden um Jahre gealtert wirkten und konditionell am Ende waren. PORSCHE bemühte sich um andere Fahrer und fand unter anderem mit Hubert  Hahne und  Dieter Quester dann zwei Freiwillige. Die erst mit anständigen Preisgeldern geködert werden mußten.  Dieter Quester sagte einmal über den ersten 917, noch die lange Version: “Das Auto war eine Gefahr. Für mich war es eine neue Dimension von Power. Die 590 PS waren überhaupt nicht auf der Straße zu dosieren. Die Hinterräder hatten keine Traktion, das Auto war schon auf der Geraden gefährlich, in den Kurven die Rutschgrenze zu finden war russisches Roulette. Es bestand akute Lebensgefahr.” Kurt Ahrens mußte sich nach einer Testfahrt über die Nordschleife im 917 übergeben. In Le Mans gibt er zu Protokoll: "Der reinste Horror. Auto schwänzelt extrem ab 350, Heck steigt beim harten Bremsen hoch. Rolf (Stommelen) und ich haben bei etwa 380 Gas weggenommen." Stommelen sagte dazu: "Das Auto ist zum Fürchten". Richard Attwood gab einmal in einem Interview folgende Aussage zum Besten: „Zu Beginn war der Wagen grauenhaft. Ich hatte Kopfschmerzen vom Dröhnen des Auspuffs und der Beschleunigung.“

Die erste Homologation des Porsche 917 scheiterte am 20.03.1969, da nicht alle 25 Wagen fertig waren. Drei Wagen waren komplett, 22 Wagen lagen in Einzelteile herum. Alle Wagen mußten laut Homologations-Kommission in fahrfertigem Zustand bereit stehen. Homologiert wurde zum 1. Mai 1969. 25 Fahrzeuge standen bereit, die C.S.I.-Mitglieder wählten einen Porsche 917 willkürlich aus der Reihe aus und ließen ihn im Hof rumfahren. Insofern kann man die Legende mit dem leeren Motorraum eher ins Reich der Fabeln verweisen.

Am 11. Mai 1969 findet der erste Renneinsatz eines Porsche 917 in Spa statt, der Wagen fällt mit Motorschaden in der Startrunde aus. Am 10. August erringt der 917 seinen ersten Sieg in Zeltweg, der Beginn einer beispielslosen Siegeserie, der erst vom Porsche 956 eingestellt wurde. Nach dem 1000km-Rennen von Österreich blieb Porsche noch in Zeltweg, um einige Tests mit dem 917 durchzuführen. Nach diesen Tests und ausgiebigen Versuchen wurde das Heck geändert (die berühmte Keilform), erst nach diesen Test war der Wagen auf einmal fahrbar.


CoMod Lotus