Carrera DIGITAL 132: McLaren M20

Carrera DIGITAL 132: McLaren M20

Zur Freude der Can-Am-Liebhaber hat sich Carrera dieser Serie angenommen und wartet mit zwei Modellen auf.
Testbericht von CoMod martinmm zum Carrera D132 McLaren M20 '72 Roy Woods Racing "No.73", '73  (30524) und Carrera D132 McLaren M20 '72 McLaren Cars 'No.5', '72 (30523)

Mit dem Briten David Hobbs am Steuer fuhr der Mclaren M20 1973 ein paar beachtliche Ergebnisse ein. Unter anderem, einen 4. Platz auf der 'Road Atlanta' und einen 2. Platz in Watkins Glen. Der Bolide war mit einem 8-Liter Chevrolet-Triebwerk ausgestattet.

Das Fahrzeug wurde vom McLaren-Team übernommen mit dem Peter Revson die Saison 1972 bestritt.

Vom normalen Betrachtungsabstand gesehen macht das Modell von Carrera einen sehr stimmigen Eindruck. Auch das, zwar sehr flache, aber mit angedeuteten Fahrerbeinen versehene, Cockpit wirkt sehr vorbildgerecht. Für meinen Geschmack hätte es aber noch den ein oder anderen Detaildruck vertragen können, insbesondere an der Motorattrappe. Die riesigen Ansaugtrichter sind sehr realistisch wiedergeben, die unterschiedliche Länge und Neigung ist vorbildgerecht und hatte den Grund, dass die Vergaser sich nicht gegenseitig die Luft weg saugten. Insgesamt ist die hochglänzende schwarze Lackierung sehr sauber ausgeführt – das Weiss des Hauptsponsors und der Startnummer dank Tampondruck absolut deckend.

Die „No. 5“ wurde 1972 von Dany Hulme im McLaren-Team gefahren. Ihm gelangen in dieser Saison 2 Siege mit diesem Fahrzeug: in Mosport sowie Watkins Glen. Gegen die Turbo-Triebwerke des Porsche 917/10 hatte er aber dann kaum mehr eine Chance.

Der orangene Farbton ist sehr gut getroffen, insgesamt macht das Fahrzeug einen optisch hochwertig verarbeiteten Eindruck und ist auf der schwarzen Carrera-Schiene vortrefflich erkennbar.

Historisch nicht ganz korrekt aber neben dem blauen Sunoco Porsche 917/30 macht das schon ein tolles Bild auf der Strecke. Erinnert fast ein wenig an die klassische Universal-Grundpackung mit orangenem Ferrari und blauem Porsche 908/3.


Technik
Das Fahrzeug ist platzbedingt mit einem schmäleren Motor ausgestattet, wie er auch im KTM XBow zu finden ist. Beleuchtung, ausgenommen von einer Auspuffbeleuchtung, hat das Fahrzeug natürlich nicht.

Vorderachse: Einzelradaufhängung.
Gewicht: Karosserie 20g, Chassis (ohne Magneten) 60g

Fahrtest
Meine Testbahn wische ich vor jedem neuen Fahrzeug feucht ab und trockne sie dann. So habe ich zum Vergleich der Reifen immer einigermaßen identische/ähnliche Gripverhältnisse.

Nur mit Mittelmagnet: die breiten Hinterreifen und den damit erwarteten hohen Grip gab es nicht – im Gegenteil. Das war schon sehr rutschig, auch im Vergleich mit Fahrzeugen welche mit eher schmalen Reifen ausgestattet sind, z.b.dem Scirocco. Beim Sichttest auf der Richtplatte war dann auch schnell erkennbar dass die Räder nur mit einem schmalen Bereich die Fahrbahn berührten. So habe ich sie geduldig auf dem Schleifbrett geschliffen, bis sie plan waren und mit der vollen Fläche auf der Bahn standen. Dann sah das Ergebnis schon ganz anders aus! Der kleine Motor bietet ein gutes Drehmoment und eine klasse Bremswirkung. Kurven können flott gefahren werden – allerdings mit Gefühl, da der große Heckspoiler doch für ziemliches Gewicht hinter der Hinterachse sorgt und somit das Heck schnell ausbricht.

Ähnlich zeigte sich dann auch das Fahrverhalten komplett ohne die Zusatzmagneten. Mit Gefühl und etwas Übung kommt man damit gut klar. Der McLaren ist im Frontbereich sehr leicht was zur Folge hat dass die Schleifer das Fahrzeug etwas anheben. Ich habe das dadurch gelöst in dem ich die vorderen Enden der Schleifer abgezwickt habe. Der Kontakt ist noch ausreichend und das Auto sitzt nun noch besser im Slot. Im Betrieb ohne Magneten sollte man zur Optimierung im vorderen Bereich und jeweils neben dem Motor
etwas Gewicht, z.B. in Form von Wälzblei, anbringen.

Der McLaren M20 ist eine sehr erfreuliche Erweiterung der Fahrzeugpalette. Optisch sehr vorbildlich. Für den Fahrbetrieb ohne Magneten lassen sich durch einfache Maßnahmen deutliche Fahrverbesserungen erzielen.

Bei diversen Oldtimerveranstaltungen, z.B. in Hockenheim oder am Nürburgring, wird die Serie 'Orwell Supersports Cup' ausgetragen. Da kann man diese Fahrzeuge noch Live erleben. Der Sound aus bis zu 10 Litern Hubraum ist einfach einmalig!

CoMod martinmm

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Testbericht von CoMod Lotus zum Carrera D132 McLaren M20 '72 Roy Woods Racing "No.73", '73  (30524)

Yes we Can-Am

‚Oh Gott!’, werdet ihr denken, muss er diese Plattitüde des amerikanischen Präsidenten jetzt auch noch verballhornen. Aber ehrlich: Ich freu mich wie ein Schnitzel, dass Carrera ein paar der 70er-Jahre-Fahrzeuge des Canadian-American Challenge Cup (oder eben kurz: Can-Am) herausbringt. Ich fand diese Türkeile immer total faszinierend. Ein Hobbyrennfahrer aus unserem Nachbarlandkreis pilotiert unter anderem zwei Can-Ams! Immer wenn ich auf dem Weg zur Arbeit an seinem Autohaus vorbei fahre, stehen seine Lola T222 und sein McLaren M8F im Schaufester.

Vor mir steht nun der neu herausgekommene McLaren M20 des Rennstalls „Roy Woods Racing“. Bekannter ist der Wagen unter seinem Sponsor Carling, einer traditionsreichen kanadischen Bierbrauerei. Zwar war der 1972 als Nachfolger des M8F herausgebrachte M20 nie wirklich erfolgreich, da die seit 1967 die Can-Am-Serie dominierenden McLaren ab 1972 der Übermacht der Porsche 917 „Panzers“ einfach nicht mehr gewachsen waren, aber mit dem schwarzen Carling Black Label hatten sie immerhin einen der schönsten Wagen im Feld. 

Der schwarze Bolide überzeugt auf den ersten Blick: saubere Bedruckung und eine sehr schön gestaltete Heckpartie mit den filigranen Chromstreben. Den Heckspoiler sollte man lieber nicht abbauen (er ist nur gesteckt), die erneute Montage ist etwas fummelig. Was mich optisch nicht ganz überzeugt ist der hohe silberne Fahrereinsatz, technisch war das aber aufgrund der darunterliegenden Platine leider nicht anders machbar. Der Wagen fährt sich gut dank der breiten Spur und Reifen. Die Reifen könnten jedoch einen Tick mehr Grip haben. Wer den Wagen zwecks besserer Trimmung verbleien will: in den Seitenkästen ist Platz vorhanden.

Als besonderes Gimmick hat der Wagen Licht. Und zwar am, beziehungsweise im Auspuff. Die roten Lichter sollen das typische Auspuffglühen des McLaren simulieren. Ist für Nachtrennen mal was ganz anderes.

Fazit: Ein sehr gelungener Rennwagen. Und vor allem maßstabsgetreu in 1:32!

CoMod Lotus